Haute couture
Ohne Zweifel steht Tokyo in Sachen Mode den Metropolen Paris, New York etc. in nichts nach. Und wo Mode gemacht wird, darf es natürlich nicht an Models fehlen. Leider tut es das anscheinend doch, und so greifen die Macher, besonders wenn ein westliches Flair angestrebt wird, auch auf das Material der zweiten (dritten?) Reihe zurück - so wie MICH.
Die Geschichte fing ganz harmlos an: Wie jeden Donnerstag war ich in der Kletterhalle zum Klettern verabredet; gerade als ich an der Kasse gezahlt hatte, streckte mir jemand einen Telefonhörer hin, ich werde am Telefon verlangt. Am anderen Ende der Leitung erklärte mir ein Fotograf, er suche Models für ein Outdoor-Shooting. Nach kurzem Zögern sagte ich zu, mich mit ihm zu treffen (zunächst war der Sinn und Zweck der Aktion rätselhaft) und fand mich wenige Tage später zur Anprobe in einem Studio wieder. Das Shooting sollte, wie man mir erklärte, den Stil des Yosemite-Nationalparks der 60er nachbilden und im Magazin HUgE
abgedruckt werden. Dazu wurde ich in eine dreiviertel-Kordhose und ein Holzfällerhemd gesteckt, bewehrt mit meiner (leider modernen) Kletterausrüstung und einem Rucksack, dessen Preisschild mich dann doch schwindeln liess: schlappe 700 Euro, das Hemd für 120 und die Hose für 200. Als Kulisse sollte das Klettergebiet Ogawayama, ca 200km von Tokyo dienen.
So ausgerüstet versammelten wir uns eine Woche später um vier Uhr früh in Shibuya. Mit von der Partie waren 3 weitere Langnasen und sechs Japaner mit mir unbekannter Aufgabe. Wie sich herausstellte, waren es zwei Redakteure des Modemagazines, ein Fotograf, Hilfsfotograf, Fahrer und ein Makeup-Spezialist. Nach vier Stunden Fahrt in Ogawayama angekommen, begann letzterer unverzüglich, meinen Model-Kollegen falsche Bärte anzukleben - bei mir begnügte er sich glücklicherweise damit, meine Finger mit künstlichem Dreck aus der Tube zu verzieren. Dann ging es auch schon los mit den Fotos, wobei ich mir angesichts der Surrealität der Situation Mühe geben musste, ernst zu bleiben. Mein großer Auftritt war das Erklettern einer 45° Felsplatte, eigentlich nichts besonderes mit Kletterschuhen, aber eine Herausforderung mit drei Nummern zu großen, steinharten Wanderstiefeln aus der Requisitenkammer. Der Fels war dem Fotografen dann aber nicht steil genug, er drehte das Foto dann einfach in die Senkrechte.
Damit war der verrückte Tag auch schon wieder vorbei. Die veröffentlichten Fotos haben mich dann aber doch nochmal überrascht:


Die Geschichte fing ganz harmlos an: Wie jeden Donnerstag war ich in der Kletterhalle zum Klettern verabredet; gerade als ich an der Kasse gezahlt hatte, streckte mir jemand einen Telefonhörer hin, ich werde am Telefon verlangt. Am anderen Ende der Leitung erklärte mir ein Fotograf, er suche Models für ein Outdoor-Shooting. Nach kurzem Zögern sagte ich zu, mich mit ihm zu treffen (zunächst war der Sinn und Zweck der Aktion rätselhaft) und fand mich wenige Tage später zur Anprobe in einem Studio wieder. Das Shooting sollte, wie man mir erklärte, den Stil des Yosemite-Nationalparks der 60er nachbilden und im Magazin HUgE
abgedruckt werden. Dazu wurde ich in eine dreiviertel-Kordhose und ein Holzfällerhemd gesteckt, bewehrt mit meiner (leider modernen) Kletterausrüstung und einem Rucksack, dessen Preisschild mich dann doch schwindeln liess: schlappe 700 Euro, das Hemd für 120 und die Hose für 200. Als Kulisse sollte das Klettergebiet Ogawayama, ca 200km von Tokyo dienen.So ausgerüstet versammelten wir uns eine Woche später um vier Uhr früh in Shibuya. Mit von der Partie waren 3 weitere Langnasen und sechs Japaner mit mir unbekannter Aufgabe. Wie sich herausstellte, waren es zwei Redakteure des Modemagazines, ein Fotograf, Hilfsfotograf, Fahrer und ein Makeup-Spezialist. Nach vier Stunden Fahrt in Ogawayama angekommen, begann letzterer unverzüglich, meinen Model-Kollegen falsche Bärte anzukleben - bei mir begnügte er sich glücklicherweise damit, meine Finger mit künstlichem Dreck aus der Tube zu verzieren. Dann ging es auch schon los mit den Fotos, wobei ich mir angesichts der Surrealität der Situation Mühe geben musste, ernst zu bleiben. Mein großer Auftritt war das Erklettern einer 45° Felsplatte, eigentlich nichts besonderes mit Kletterschuhen, aber eine Herausforderung mit drei Nummern zu großen, steinharten Wanderstiefeln aus der Requisitenkammer. Der Fels war dem Fotografen dann aber nicht steil genug, er drehte das Foto dann einfach in die Senkrechte.
Damit war der verrückte Tag auch schon wieder vorbei. Die veröffentlichten Fotos haben mich dann aber doch nochmal überrascht:

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